Blick in die Kirche Victorbur, zu sehen ist der Altar, das Taufbecken und davor liegen auf einer kleinen Decke auf dem Boden eine kleine Gitarre, eine Kerzenlaterne, eine Klangschale und ein beschriftetes und bemaltes Kreuz.

KiTa für zu Hause #245 aus Victorbur

Dieser Blogbeitrag kommt aus der Ev.-luth. Kita Victorbur.

Kirche mit den Jüngsten entdecken

Jeden Freitag halten wir in unserer Krippe eine kleine Andacht mit und für die Jüngsten (natürlich nur als offenes Angebot). Diese Woche haben wir uns jedoch gedacht, dass wir ein ganzheitliches Angebot gestalten wollen „Wir entdecken die Kirche!“.

Um 9:30 Uhr zogen wir uns an und bereiteten uns vor, rüberzuwandern und die Kirche zu inspizieren. Schon beim Betreten der Kirche merkten wir, dass dieses Gebäude für viele Kinder noch etwas ganz Neues war. Ganz in ihrem eigenen Tempo durften die Kinder sich in der Kirche bewegen. Zu Beginn stand die Bewegung in der Kirche im Vordergrund, sowie die visuellen, taktilen und olfaktorischen Eindrücke. Wie riecht die Kirche eigentlich? Und wie fühlen sich die Bänke an? Wie fühlen sich meine Füße auf dem roten Teppich? Was für Geräusche machen meine Füße auf den Dielen? Wie sieht die Kirche aus? Und dann kam die wichtige Frage „Und wer ist der Mann da auf dem Bild?“ Gemeinsam setzten wir uns in einen Kreis auf kleinen Hockern und kamen mit den Kindern ins Gespräch. Schnell wurde die Brücke zur Weihnachtsgeschichte gezogen und ein großes „Achsooo“, erhielt Einzug im Raum.

Blick in die Kirche Victorbur, zu sehen ist der Altar, das Taufbecken und davor liegen auf einer kleinen Decke auf dem Boden eine kleine Gitarre, eine Kerzenlaterne, eine Klangschale und ein beschriftetes und bemaltes Kreuz.

Gemeinsam platzierten wir unsere Kerze (LED) in die Mitte, legten das Andachts-Kreuz dazu und stellten den Gong auf sein kleines rotes Kissen. Eins der Kinder schlug den Gong, der den Beginn symbolisierte und alle Kinder wurden still. Wieder stand die auditive Wahrnehmung im Raum, da der Gong noch lange nachgehallt hat. Eine unserer Kolleginnen stimmte das erste Begrüßungsritual an, woraufhin alle Kinder sofort mit einstiegen:

„Wir wollen uns begrüßen, mit den Händen, und dem Mund und den Füßen.
Mein lieber Gott, geh du mit mir, für diesen Morgen dank‘ ich dir.
Gib‘ du uns deinen Segen – Amen.“

Nach diesem kleinen Gebet, wurde ein Kind gefragt, ob es die LED-Kerze einschalten/anzünden möchte. Da eine unserer Kolleginnen aus der Krippe Ukulele spielt, begann sie zu spielen, als die Kerze in der Laterne leuchtete. „Die Kerze brennt“ ist unser Begrüßungsritual in allen Andachten, sowohl im Kindergarten, als auch in der Krippe und in Kindergottesdiensten, die von unseren Pastoren geleitet werden.

„Die Kerze brennt, ein kleines Licht.
Wir staunen und hören, fürchte dich nicht,
erzählet und singet, wie alles begann,
in Gottes Namen fangen wir an.“

Unsere Andachten in der Krippe werden nicht immer mit Themen gefüllt. Sollte im Jahreskreis wieder ein großes Ereignis anstehen (neue Jahreslosung, Ostern, Weihnachten, Erntedank, „Martini…“) werden diese auch bei uns altersgemäß thematisiert. An diesem Freitag stand für uns rein das Kennenlernen der Kirche und die Wahrnehmung im Vordergrund, daher haben wir unseren „Gebets- und Liederwürfel“ herausgeholt und zwei Kinder durften würfeln. Auf diesem Würfel befinden sich verschiedene Gebete, Lieder und Fingerspiele (auch auf Plattdeutsch). So haben wir immer ein Zufallsprinzip drin, dass nicht immer dieselben Sachen gespielt werden. Dieses Mal wurde „Gottes Liebe ist so wunderbar“ und ein religiöses Fingerspiel gewürfelt. Nach dem Lied und Spiel gingen wir zu unserem Abschluss über. Die Kinder wurden mit einer spielerischen Anleitung zum Händefalten eingeladen. Danach sprachen wir das Vater-unser und die Andacht wurde beendet, indem wir die Kerze ausgeschaltet und die Hocker zur Seite gestellt haben. Anschließend sahen wir uns die Kirche noch einmal gemeinsam an und traten unseren Rückweg an.

Das Fingerspiel für den Einstieg zum Vaterunser

(die Bewegungen werden während des Aufsagens dazu gemacht)

„Heute macht sich die eine Hand, mit der anderen bekannt. Sie winken sich ganz freundlich zu: Guten Tag, wer bist denn du?

Die Daumen sagen sich Hallo!
Die Zeigefinger ebenso.
Die Mittelfinger stupsen sich
Die Ringfinger putzen sich

Die Kleinen geben sich zum Schluss, herzlichst ’nen Begrüßungskuss und probieren dann, was man zusammen machen kann. Sie klatschen und sie patschen, sie recken sich, verstecken sich, können sich halten und sich falten, sind fest verschlungen zum Gebet, weil es so am besten geht.

Vater unser….“